Über die Vorlesung um 8:00 Uhr und ein sehr warmes Bett

Studenten und Vorlesungen. Es scheint ein endloser Kampf zu sein: Die Vorlesung fängt um 8:00 Uhr an. Man sollte da eigentlich schon hingehen. Man könnte aber auch alles nacharbeiten und im warmen Bett zuhause bleiben. Es ist aber auch unmenschlich zu verlangen, dass man um diese Uhrzeit das Bett verlassen soll. Heute möchte ich mit euch über Vorlesungen, deren Sinn und Unsinn reden.

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Zunächst werden wir darüber sprechen, warum man zu Vorlesungen gehen sollte. Was eigentlich der Sinn und Zweck dahinter ist, und außerdem werde ich euch ein paar nette und vor allem nicht zu unterschätzende Nebeneffekte vorstellen, die das regelmäßige Besuchen von Vorlesungen mit sich bringt.

Weiterhin möchte ich euch aber auch zeigen, wie ein Studium funktionieren kann, ohne dass man Vorlesungen besucht, wie man eine gute Mischung hinbekommt und was man unbedingt beachten muss, wenn man das Bett den Vorlesungen vorzieht.

Der klassische Wert einer Vorlesung

Grundsätzlich sollte man nicht unterschätzen, dass man, wenn man eine Vorlesung aufmerksam verfolgt, evtl. mitschreibt und beim Vor- bzw. Nacharbeiten etwas lernt! Auch wenn viele von euch jetzt ungläubig das Smartphone anstarren ist es wahr. Natürlich muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass man eine Vorlesung besucht und sich das Lernen daraufhin erübrigt. Eine Vorlesung ist vielmehr die erste „Umdrehung“ in der Lernspirale, die euch zu einem erfolgreiche Studium verhilft. (Wenn ihr einen vertiefenden Artikel über den Effekt und die Funktionsweise der Lernspirale lesen möchtet, lasst es mich in den Kommentaren wissen)

Der große Vorteil von Vorlesungen ist, meiner Meinung nach, dass man einen ersten Überblick über das Thema bekommt. Ein Professor vermag in den meisten Fällen eine bessere und spanender Einführung in ein komplexes Thema zu vermitteln wie ein Lehrbuch. Außerdem bleibt man durch Vorlesungen auf dem Laufenden, merkt, was den Professoren wichtig ist, worauf sie in den Klausuren wert legen.

Der letzte und vielleicht einer der wichtigsten Vorteile wenn man Vorlesungen besucht ist, dass man Fragen stellen kann. Entweder während der Vorlesung, oder danach im vier Augen Gespräch mit dem Professor. Wichtig dabei ist nur, dass man versucht eine genau definierte Frage zu stellen. Vielleicht könnte man sich die Fragen auch notieren und vorher versuchen selbst Recherche zu betreiben, was den Lerneffekt zusätzlich erhöhen würde. Dies ist aber ein anderes Thema.

Kostenlos zum Lerneffekt: Weitere Vorteile von Vorlesungen

Als erstes sollte man sich klar sein, dass ein Studium ohne einen geregelten Tages-, bzw. Wochenablauf nicht funktionieren kann. Vorlesungen helfen hierbei ungemein. Sie geben eine erste Richtung vor, ein Schema, nachdem man seine Zeitplanung richten kann. Zum Thema Zeitplanung findet ihr mehr in diesen Artikel.

Daneben lernt man bei Vorlesungen sehr viele Leute kennen. Man merkt meistens schon nach kurzer Zeit, wer regelmäßig die Vorlesungen besucht, wer aufmerksam ist und mitschreibt. Hier kann ich euch nur eine Sache empfehlen: Haltet euch an diese Kommilitonen, diese sind nämlich in den meisten Fällen auch die Leute, die das Studium ernst nehmen, von denen ihr euch wichtige Tipps einholen und mit denen ihr evtl. sogar Lerngruppen bilden könnt.

Unterschätzen sollte man auch die Nähe zu den jeweiligen Professoren nicht. Besonders an kleinen Universitäten merken Professoren sehr schnell, wer aufmerksam ist, wer regelmäßig kommt und wer nicht. Dies verschafft euch einerseits einen wertvollen Kontakt. Andererseits, was noch viel wichtiger ist, suchen Professoren häufig Mitarbeiter für ihre Lehrstühle. Da hat man natürlich die besseren Chancen auf eine Stelle, wenn man die Vorlesung auch besucht.

Auf Vorlesungen verzichten?

Nachdem ich euch die Vorteile von Vorlesungen aufgezählt habe und ihr euch dennoch nicht dazu durchringen könnt hinzugehen, möchte ich nun auch darüber sprechen. Grundsätzlich und vorweg möchte ich betonen, dass ein Studium zwar möglich ist, wenn man keine oder nur sehr wenige Vorlesungen besucht, es dann aber ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin fordert und das Risiko zurückzubleiben oder etwas falsches zu lernen enorm steigt.

Deshalb gilt: Wer Vorlesungen ausfallen lässt, hat in der Regel mehr Arbeit, wie wenn er hingeht.

Meine persönliche Vorgehensweise ist in der Regel eine Mischung. Ich besuche die meisten Veranstaltungen, wobei es in jedem Semester Ausnahmen gibt. (Und natürlich häufen sich die Ausnahmen kurz vor Klausuren 😉 )

Diese Ausnahmen sind aber meistens damit begründet, dass ich entweder keine Zeit habe, da sich die Vorlesungen mit anderen wichtigen Terminen überschneiden, ich mit der Lehrmethode des Professors nicht zurechtkomme oder, wie bereits angedeutet, meine Prioritäten einfach anders gewichtet sind.

Abschließend möchte ich noch eine wichtige Regel festhalten: Wer nur in die Vorlesung geht, um sich zu unterhalten, zu essen oder am Handy zu spielen, stört nur andere und vor allem bringt es nichts für einen selbst. Man muss in diesem Punkt ehrlich sein und einsehen, wann es besser ist zuhause zu bleiben bzw. in der Bibliothek alles nachzuarbeiten.

Ich bin gespannt, wie ihr Vorlesungen erlebt und was eure Erfahrungen mit dieser Thematik sind.

2 thoughts on “Über die Vorlesung um 8:00 Uhr und ein sehr warmes Bett

  1. Das hast du ganz treffend zusammengefasst. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung aus dem dualen Studium im Bachelor und einer kleinen Uni im Master nur zustimmen, dass gerade in kleinen Gruppen der Wert der Vorlesung wesentlich höher ist. Nachteil dieser kleinen Gruppen ist für einige Studenten auf jeden Fall, dass das Schulsystem einfach weitergeführt wird und ein geringeres Maß an Selbstorganisation als in größeren Gruppen gefordert wird.

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