Wie geht eigentlich „Notizbuch“? –

Wir haben auf diesem Blog schon viel über Lernorganisation, Zeitplanung und Notizen geredet. Heute möchte ca ein Thema behandeln, was sich nahtlos in unser Konzept einfügt: Dem Notizbuch vom Kauf bis zur Arbeit damit.

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Das Notizbuch ist für mich, so wie bestimmt auch für viele von euch, viel mehr, als ein kleines Büchlein mit leeren Seiten. Es ist das Zentrum meiner Kreativität – der Ort, wo ich alles ablade, was in meinen Kopf keinen Platz mehr hat – oder in dem ich festhalte, was ich nicht vergessen darf. Wir werden heute von der Auswahl des richtigen Buches bis zur Führung des Notizbuchs alles durchmachen.

Dieser Artikel soll für all jene, die noch kein Notizbuch haben, ein Grund sein, sich eins zuzulegen und für alle anderen, die bereits regelmäßig mit einem Notizbuch arbeiten, ein Anstoß sein ihre Arbeitsweise zu überdenken.

Passen du und dein Notizbuch zusammen?

Bevor man seine Ideen festhalten kann, muss man sich erst mal für einen Ort entscheiden, wo man das kann. Dabei muss man zunächst zwischen digitalen und analogen Notizbüchern unterscheiden. Digitale Bücher sind alle, die auf einem Handy, Tablet oder Pc geführt werden. Analoge, sind die klassischen Büchern.

Natürlich bringt jede dieser Kategorien Vor- und Nachteile mit sich. Das digitale kann, wenn man es richtig einrichtet, zwischen allen Geräten synchronisiert werden, man kann mit anderen gemeinsam an Notizen arbeiten und fehlerhafte Notizen bzw. Nutzloses kann schnell entfernt werden.

Andererseits bietet nur ein klassisches, analoges Notizbuch wirklich eine Fläche an der man sich persönlich kreativ ausleben kann. Man kann darin zeichnen, schreiben, kritzeln und einkleben. Und natürlich auch schwieriger etwas ungeschehen machen, aber genau das finde ich auch sehr charmant: das Notizbuch nimmt mit der Zeit den Charakter des Gestalters an – man sieht, wie man sich in der Zeit, wo man das Buch schreibt, entwickelt. Wie man Ideen abbaut und wieder verwirft.

Heute möchte ich mich primär mit dem analogen Notizbuch beschäftigen, wenn ihr auch einen ausführlichen Beitrag zur Führung von digitalen Notizen lesen möchtet, lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Hat man sich für das analoge entschieden und geht in das nächste Schreibwarengeschäft, oder in die nächste Buchhandlung steht man vor dem nächsten Problem: man muss sich für ein Notizbuch entscheiden. Es gibt eine Fülle von Formen, Farben und Formaten. Von kariert bis liniert, von A6 bis A4 – wie soll man sich da bloß entscheiden?

Die Größe des Notizbuches

Zunächst schauen wir uns mal das Thema Größe an. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist A5, also die klassische Größe, was Notizbücher anbelangt optimal. Zum einen hat man einigen Platz sich auszutoben, andererseits ist es aber noch schön portablen und stört im Rucksack bzw. in der Handtasche nicht.

Natürlich muss man hier das Buch wieder seinen Anforderungen anpassen: will man es wirklich immer dabei haben, kann es sich empfehlen auf ein kleineres Format zurückzugreifen. Ist man hingegen technischer Zeichner und benötigt eine große Fläche, empfiehlt es sich natürlich ein Notizbuch A4 (oder größer) zu nehmen. Ihr seht also, dass vieles von dem, wie man sein Notizbuch auswählt, von persönlichen Vorlieben abhängt.

Für jeden, der aber überlegt sich ein Notizbuch anzuschaffen, kann ich nur A5 empfehlen. Abschließend zur Größe möchte ich noch anmerken, dass ich auch mit A4 Büchern arbeite um mir Übersichten und juristische Schemata zu erstellen. Diese Bücher nehme ich dann aber nirgends mit hin und verwende sie nur zuhause zum Lernen.

Das richtige Format für die richtigen Ansprüche

Als nächstes sollte man sich fragen, welches Format man bevorzugt bzw. braucht. Hier empfiehlt es sich zu überlegen, wofür man das Notizbuch hauptsächlich verwenden möchte und es danach auch zu kaufen. Schreibt man viel, empfehlen sich natürlich Zeilen, wahlweise auch kariertes Papier. Für mathematische Bedürfnisse sowie Naturwissenschaften oder BWL empfehle ich euch ein kariertes. Wollt ihr ein Bullet Journal erstellen ist natürlich das gepunktete eure erste Wahl und für alle, die nur zeichnen wollen, gibt es auch weiße Bücher.

Ihr seht also: es lohnt sich erstens sich darüber Gedanken zu machen und man findet auf jeden Fall immer etwas für seinen Geschmack.

Die Arbeit mit dem Notizbuch – Ordnung oder Chaos?

Nun nachdem man ein Buch vor sich liegen hat, muss man sich natürlich, bestenfalls bevor man die ersten Sachen hineingeschrieben hat, mit der Frage beschäftigen, wie man mit dem Buch überhaupt arbeiten möchte. Dies hängt natürlich wieder primär von den jeweiligen Gegebenheit ab, aber es gibt auch einige Muster und Ideen die ich euch vorstellen möchte.

Ordnung oder Chaos?

Chronologisches Arbeiten?

Oftmals wird angenommen, dass man ein Notizbuch vom Anfang bis zum Ende durcharbeiten muss. Also dass man mit Seite eins beginnt und sich dann vorarbeitet. Diese Vorgehensweise mag dann empfehlenswert sein, wenn man eine Vorstellung vom Inhalt hat. Es gibt aber auch Situationen, wo sich eine andere Vorgehensweise empfiehlt. Zeichnet man beispielweise in sein Notizbuch, ist es empfehlenswert, das Notizbuch immer nur an einer beliebigen Seite aufzuschlagen und dann dort zu zeichnen.  Will man seinen Fortschritt dokumentieren, kann man die Zeichnung zusätzlich mit dem aktuellen Datum versehen.

Dies hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist leider beim Zeichnungen häufig so, dass eine Zeichnung nicht so wird wie man sie sich vorgestellt hat, oder schlichtweg einfach misslingt. Das ist natürlich ärgerlich und kann einem ganz schnell die Freude an dem Notizbuch rauben, da man, bei einer chronologische Reihenfolge immer wieder an dieser Stelle vorbeiblättern muss. Wählt man die Seiten hingegen zufällig aus, sieht man diese Zeichnung kaum noch und behält so länger die Motivation ein Notizbuch zu führen.

Bullet-Journall – oder total mess?

Eine weitere Möglichkeit ein Notizbuch zu führen ist das Bullet-Journall. Diese, in den letzten Jahren zum Trend in den sozialen Netzwerken gewordene Methode zum Führen eines Notizbuchs bzw. Kalenders verbindet den kreativen Aspekt des Gestaltens und Planen, mit dem organisatorischen Akt der Zeitplanung. Vorteil davon ist, dass man das Notizbuch individuell anpassen kann. Der, zumindest für mich entscheidende, Nachteil ist aber ein großer Zeitaufwand, den ich, vor allem in der Zeit wo viele Klausuren anstehen, nur schwer aufbringen kann. Wenn ihr mehr über das Bullet-Journall hören möchtet – ihr wisst ja: Ab in die Kommentare damit.

Mein Notizbuch gleicht meinen Gedanken

Nachdem ich euch einiges über den richtigen Kauf und die Anwendung von Notizbüchern erzählt habe, möchte ich abschließend noch auf meine persönliche Methode eingehen. Grundsätzlich organisiere ich meine Arbeitsmaterialien sehr gut. Auch meine Zeitplanung (Handykalender) ist immer ordentlich und Up-to-Date. Mein Notizbuch stellt den genauen Gegenbegriff dazu dar.

Ich verwende weder eine chronologische Reihenfolge für meine Notizen, noch gibt es sonst irgendwelche Regeln. In mein Notizbuch kommt alles, was mir durch den Kopf geht. Es ist wie ein Spiegelbild meiner Gedanken: Durcheinander, unsauber geschrieben und oft etwas verwirrend. Es stehen Dinge darin, die mein Studium betreffen, also Zusammenfassung der Europäischen Rechtsgeschichte, genauso wie Ideen für den Blog oder sonstige Gedankenergüsse, die sonst nirgends Platz finden.

Tja, das Resümee dieses Artikels wird vielleicht viele von euch überraschen:

Ich halte nichts von Ordnung in Notizbüchern. Ein Notizbuch ist ein höchstpersönlicher Ort der Kreativität, der wie unsere Gedanken keinen Regeln unterliegt.

Führt ihr ein Notizbuch? Wenn ja, was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Brauchen Notizen Ordnung oder seit ihr, so wie ich, Herrscher über das Chaos?

24 Antworten auf „Wie geht eigentlich „Notizbuch“? –

  1. Also mein Notizbuch gehört auch eher in die Kategorie Chaos. Und ich bin auch eher Fan eines analogen Notizbuchs denn mit der Hand kann ich meine Ideen besser niederschreiben. Mit Randnotizen und Gedanken. Daher auch das Chaos. Toller Beitrag.

    Gefällt 3 Personen

  2. Ich habe das Bullet Journal noch nicht ausprobiert, bin mit meinem (chronologischen) Notizbuch in der Chaos-Version sehr zu frieden. Ich markiere z.B. To Do-Listen einfach mit kleinen Klebezetteln, damit ich sie schnell wieder finde. Ist die Liste abgearbeitet nehme ich den Zettel raus.
    Wie lange hält so ein Notizbuch denn bei dir? Ich habe die ganz kleinen von Moleskin in weiß, und die halten nur ca. 3 Monate….

    Gefällt 2 Personen

    1. Gute Strategie! Ich verwende ein liniertes Leuchtturm A5 in schwarz. Da die Benutzung von Zeit zu Zeit sehr unterschiedlich ist, hält sich das Buch jetzt schon seit gut einem Jahr. Ich plane nebenbei viel am PC und Handy. 🙂

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  3. Guten Morgen 🙂
    Ich habe nicht nur vom Bullet Journal gehört, ich führe seit Juni selbst eines und ich liebe es! Normalerweise vernachlässige ich meine Kalender mach 2-3 Monaten, oder wenn’s ganz besonders stressig wird, aber mein Bullet Journal ist so viel mehr als nur ein Kalender und ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Da stehen alle Geburtstage drin, alle Termine, Klausren, Abgabetermine, ich hab eine eigene Collection für meine gelesenen Bücher, eine Tracker für Doctor Who und Game of Thrones, und, ganz klassisch, meine weekly spreads und monthly trackers. In anderen Worten, mein Bullet Journal ist für alles zuständig. 😀

    Liebe Grüße und eine frohe Weihnachtszeit,
    Smarty

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  4. Sehr interessanter Beitrag!
    Ich führe auch schon lange und vor allem viele Notizbücher. Momentan nutze ich hauptsächlich eine Mischung aus Kalender, Erinnerungen am Handy, One-line-a-day Journal, College Block und dem klassischen Leuchtturm Notizbuch, um mein ganzes Kopfchaos irgendwo festzuhalten. Trotzdem kullern immer irgendwo noch zusätzlich Zettel herum…
    Naja ganz ohne Chaos geht es dann doch nicht.
    Liebe Grüße,
    Sarah

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  5. Ich liebe Notizbücher und kann nur selten an schönen Notizbüchern einfach vorbeigehen. Für mich perfekt ist allerdings ein Kalender, in dem ich zum einen meine Termine festhalten und zum anderen Notizen und Gedanken hinterlassen kann. Er darf also nicht zu klein sein, aber muss dennoch in die meisten Taschen passen.

    Dafür habe ich bereits vor Jahren den wunderschönen Kalender von Paulo Coelho für mich entdeckt. Dieser bietet genug Platz für alles, ist herrlich bunt und verschönert die Wochen mit tollen Zitaten aus seinen Büchern. Er begleitet mich bereits seit ein paar Jahren und ist beinahe ein wenig wie ein Tagebuch in dem ich immer blättern und mich an vergangene Momente und Erlebnisse erinnern kann.

    Analog muss es auf jeden Fall sein. Ich habe keine Motivation mein Handy mit Notizen zu füllen. Irgendwie unpersönlich. Selbst für mich selbst 🙂

    Klasse Artikel!!

    Liebe Grüße
    Bluchella

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    1. Hallo Bluchella,
      der Kalender von Coelho klingt sehr spannend. Auf jeden Fall ist diese Kombination aus Notizbuch – Kalender etwas was nicht erwähnt habe, was aber auf jeden Fall auch erwähnenswert ist. 😊

      Lg,
      David

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