Tiger Rag – Nicholas Christopher

Wer ist er, der dieser Bolden? Warum sagen alle, dass der Mann mit dem Kornett der Erfinder des Jazz sei, obwohl es keine Aufnahmen von ihm gibt? Nicholas Christopher erzählt in seinem Roman „Tiger Rag“ die Geschichte von Budy Bolden. Eine Geschichte, die so eng mit der des Jazz verbunden ist, dass man sie eigentlich auch als das Intro einer Musikrichtung bezeichnen könnte.

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New Orleans im Jahr 1904. Jazz steckt noch in den Kinderschuhen und doch kennt jeder diesen einen Musiker: Charles Bolden, oder wie man ihn damals nannte King Bolden. Bolden, ein Genie auf dem Kornett, ist im Geist rastlos wie ein Katze, als seine Band an einem heißen Sommertag drei Edison Walzen aufnimmt. Dies sollten die Ersten und Letzten Aufnahmen seiner Band sein, die es je geben wird.

Der Erfolg steigt Bolden schließlich immer weiter zu Kopf und die Walzen laufen durch die Jahrhunderte. Zwei von den drei aufgenommenen gehen verloren, doch eine überlebt den Lauf der Zeit und wandert durch viele Hände.

Gleichzeitig erzählt Nicholas Christopher in seinem Roman die Geschichte von Devon, einer jungen Jazz Musikerin, die in unserer Zeit lebt. Ihre Mutter ist eine erfolgreiche Ärztin und sehr enttäuscht von ihrer Tochter, bis ihr Leben selbst aus den Fugen gerät und sie auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen ist.

Immer mehr Hinweise auf ihre Vergangenheit findet Devon, bis sie schließlich die ganze Wahrheit erfährt. Eine Geschichte, die zu Bolden führt und in New York ihren Höhepunkt findet.

Ein Buch über den Jazz, das sich liest als wäre es selbst ein Musikstück.

Anfangs konnte ich mich mit dem Roman von Nicholas Christopher nicht wirklich anfreunden. Besonders die Geschichte von Devon und ihrer Mutter, die als zweiter Erzählstrang in die Geschichte von Bolden eingeflochten wird, fand ich unpassend. Nicholas Christopher schafft eine wundervolle Atmosphäre vom New Orleans in der Jahrtausendwende. Diese zerstört er sich aber, meiner Meinung nach, durch die ständigen Wechsel zwischen der Moderne und der Vergangenheit.

Je weiter die Geschichte aber voranschritt, desto sympathischer wurden mir Devon und Ruby. Je mehr ich die Verflechtungen der Vergangenheit in ihrer Geschichte fand, desto spannender wurde die Geschichte. Wie ein Musikstück, das mit einem langsamen Intro beginnt, sich immer weiter aufbaut und schließlich in einem krachenden Refrain seinen Höhepunkt findet.

Musik ist das zentrale Thema des Buches und so liest es sich auch: Wie ein Musikstück. Nicholas Christopher bedient sich einer einfachen, bildlichen Sprache, die der Geschichte den Raum lässt den sie braucht, ohne dabei vollkommen in den Hintergrund zu rücken. Seine Charaktere sind wundervoll plastisch und seine Geschichte hat spannende Wendungen, ohne dabei konstruiert zu wirken. „Tiger Rag“ ist ein Buch für Musikbegeisterte und all jene, die eine leichte Lektüre mit toller Geschichte suche.

Weitere Informationen zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite.

3 thoughts on “Tiger Rag – Nicholas Christopher

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