Zwei Bücher gleichzeitig lesen

Ein Thema, das die Gemüter in der Bücherwelt spaltet: Ist es eine gute Idee, zwei Bücher gleichzeitig zu lesen? Spart es Zeit, oder ist es Kontraproduktiv, weil man sich auf keins der Bücher mehr ganz einlassen kann? Diesen und weiteren Fragen möchte ich heute, auf der Grundlage meiner eigenen Erfahrungen, nachgehen.

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Der Grundgedanke, den ich habe, wenn ich zwei Bücher gleichzeitig lese, ist einfach: Abwechslung. Machmal ist es schwer einen langen Atem für einen dicken Wälzer zu haben, da tut es gut zwischendurch etwas anderes zu lesen. Problem dabei: Gefällt einem das andere Buch ungemein besser, wird es schwierig, wieder zum anderen Buch zurückzufinden.

Heute möchte ich deshalb zuerst nach Vorteilen suchen, die das Lesen von zwei Büchern zur selben Zeit mit sich bringen, dann möchte ich einige Nachteile aufzeigen und am Ende ein Resümee ziehen. Es ist mir bewusst, dass es auch möglich ist noch mehr Bücher als zwei zu lesen, doch das habe ich selbst noch nie probiert und stelle es mir auch als äußert schwierig vor, weshalb wir uns heute auf zwei beschränken – was auf jeden Fall ein guter Anfang ist.

Vorteile – Zwei Bücher bringen Abwechslung

Was dafür spricht, ist das Sparen von Zeit, wenn man zwei Bücher gleichzeitig liest. Keine Angst, wenn ihr gerade etwas verwirrt seid, ich habe meinen logischen Fehler selbst auch erkannt, während ich den Beitrag geschrieben habe. Denn rein vom zeittechnischen Punkt macht es keinen  Unterschied, ob ich die Zeit, die ich für ein Buch brauche, verteile und dazwischen etwas anderes lese, oder ob ich das Buch in einem Stück lese.

Der nächste Vorteil, den ich oben schon kurz angesprochen habe, ist einfach dass man Abwechslung hat. Denn ich stelle es mir schwer vor die gesamten zehn Bände von „Das Lied von Eis und Feuer“ in einem Stück durchzulesen. Liest man dagegen dazwischen immer wieder ein anderes Buch, lockert das die ganze Sache auf und man hat wieder Lust sich in die Welt von George R.R. Martin zu stürzen. (Natürlich nur mit Gebrüll, wie sich das gehört). Auch bei anspruchsvollen Romanen, wie zum Beispiel der Deutschstunde von Lenz, oder der Aula von Kant kann es empfehlenswert sein zwischendurch ein anderes Buch zu lesen. Wobei hier natürlich die Gefahr größer ist, dass man das ursprüngliche Buch nicht mehr in die Hand nimmt, oder der Handlung nicht mehr folgen kann.

Was mir aber als letzter Vorteil aufgefallen ist, ergibt sich eigentlich schon aus dem Vorteil der Abwechslung: Man liest mehr! Wenn ich keine Lust auf ein Buch habe, nehme ich einfach das Andere zur Hand. Und schon hat man anstelle von 25 oder 50,100 Seiten am Tag geschafft. Übrigens: Wenn ihr generell Tipps braucht, um euer Leseverhalten zu verbessern, würde ich euch diesen Beitrag empfehlen: Wie die Bücher auf dem Regal nicht verstauben.

Nachteile – Man verliert leicht den Faden

Einige der Nachteile habe ich schon angesprochen: Man verliert den Fluss, versteht die Handlung nicht mehr, oder hat einfach schlicht keine Lust mehr auf das erste Buch. Dies ist insbesondere dann denkbar, wenn das andere Buch einem so in den Bann zieht, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann.

Ein weiterer Nachteil, der vordergründig dann auftreten könnte, wenn man zwei ähnliche Bücher liest ist, dass man die Handlungen nicht mehr unterscheiden kann oder Personen verwechselt bzw. falsch zuordnet.

Resümee – Zwei Bücher gleichzeitig lesen – das kann funktionieren

Abschließend habe ich für mich festgestellt, dass es kein Problem ist zwei Bücher gleichzeitig zu lesen und es für mich sogar sehr gut funktioniert. Solange die beiden Bücher sehr verschieden sind. Als letztes habe ich z.B. „Eine Kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking und „Tiger Rag“ von Nicholas Christopher gelesen, zwei Bücher die unterschiedlicher nicht sein können.

Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen? Findet ihr das empfehlenswert oder überwiegen die Nachteile? Könnt ihr auch mehr als zwei Bücher gleichzeitig lesen?

44 thoughts on “Zwei Bücher gleichzeitig lesen

  1. So etwas mache ich aus Verzweifelung. Entweder es sieht so aus, dass ich mich nicht entscheiden kann. Dann können es auch fünf sein. Oder ich habe eine zu große Auswahl. (Siehe oben) In jedem Falle pendelt man sich wieder ein. Und zwar auf das eine, ultimative. Das was mir am meisten verspricht…. Alles andere ist kontraprodktiv.

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  2. Ich lese meistens zwei Bücher gleichzeitig. Häufig kombiniere ich Fachbuch/Bildband o.ä. mit Roman. Ein Buch, das Zeit braucht und Konzentration – und ein Buch, das sich leichter liest. Selten sind das zwei Romane, denn da mag ich die „Vermischung“ von Geschichten nicht.

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  3. Mensch… und ich dachte schon, es stimmt mit mir was nicht. Ich lese oft zwei, drei oder vier Bücher auf einmal. Da sie meist unterschiedliche Themen behandeln, verwechsle ich auch nichts. Manchmal lese ich nur zwei Seiten und begebe mich dann zum nächsten Buch. So, wie mir gerade der Schnabel gewachsen ist. Es kann mitunter auch vorkommen, dass ich drei liegen lassen und das andere ganz durchlesen. 😉

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  4. Ich neige dazu, erst ein Buch zu beenden, bevor es an das nächste geht. Zumindest, wenn es um das Lesen als Freizeitbeschäftigung geht. Ich habe aber auch schon die andere Seite kennengelernt und zwei Romane parallel gelesen. Es kam eher zufällig, denn das Buch, welches ich eigentlich las, hatte ich eines Tages vergessen, auf dem Weg zur Arbeit mitzunehmen, wollte aber dennoch lesen, so dass ich ein E-Book auf dem Smartphone anfing. Letztlich las ich mal in dem und mal in dem anderen bis zum Schluss. Es hat funktioniert, nur blieb es eine Ausnahme.

    Gruß,

    Rafa

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      1. Korrekt. Zumindest bei der fiktiven Literatur möchte ich das auch künftig so handhaben, dass erst eine Geschichte beendet wird, bevor ich mich auf den nächsten Roman stürze.
        Gruß,
        Rafa

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  5. Ich habe auch schonmal 2 Bücher gleichzeitig gelesen. Aber bei mir überwiegen die von Dir genannten Nachteile. Wenn ich etwas lese, tauche ich komplett in die Story ein, wenn sie mir denn auch gefällt. Nehme ich jetzt noch ein zweites Buch, werde ich immer wieder aus dem Geschehen gerissen…das gefällt mir nicht. Die Konzentration ist weg und ich schweife mit den Gedanken ab…da ich zwischen den Büchern hin und her denke.
    Ich bleibe dann lieber bei einem Buch.
    Liebe Grüße
    Ela

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  6. Zwei oder mehr Romane nebeneinander zu lesen, würde mir nicht so gut gefallen. Aber ich habe oft neben dem Buch, das ich gerade „hauptsächlich“ lese, noch ein Buch „to go“, das dann eher Erzählungen oder Betrachtungen enthält und das ich unterwegs lesen kann. Das sind meist Taschenbücher, die etwas bequemer herumzutragen sind und sich auch ein wenig abnutzen dürfen. Wenn man ein eBook hat, kann man natürlich überall dasselbe Buch weiterlesen – oder auch überall ein neues anfangen. Da ändern sich vermutlich die Lesegewohnheiten, weil alles jederzeit und überall verfügbar ist.
    Beste Grüße
    Elisabeth

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  7. Ich les meistens immer nur ein Buch, weil ich mich so sehr mit Elan in die Handlung stürze, dass ich bei einem zweiten Buch wahrscheinlich alles verwechseln würde.
    Die einzige Ausnahme die ich da mal gemacht habe, war bei der „Italienischen Reise“ von Goethe, weil ich irgendwann das Gefühl hatte, dass er einfach nie wieder aufhören wird in Italien zu Reisen … 😀
    Ganz liebe Grüße! 🙂

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  8. Ich denke das Parallellesen fällt unter die Überschrift Generation Y(?) kann sich auf nix mehr konzentrieren 😉 Ich mach’s aber auch und komme damit wunderbar zurecht. Der Trick ist verschiede Genres oder Formate zu kombinieren, z.B. Roman/Sachbuch, Klassiker/Fantasy oder Gedruckt/Audio – da ist es verhältnismäßig unwahrscheinlich, dass man am Ende nicht mehr weiß welche Handlung/Figur in welches Buch gehört. LG, Kaat 🙂

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  9. Ja, solange die Genres unterschiedlich genug sind. Ein Sachbuch neben dem Roman muss an der Uni schon mal gehen. Außerdem hilft es mir, eines analog und eines digital zu lesen, die unterschiedlichen Bereiche, die dabei angesprochen werden, grenzen Bücher so voneinander, dass ich sie auch beim Lesen trennen kann.
    LG
    Eva

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  10. Ich lese sehr oft mehrere Bücher gleichzeitig, manchmal sind sie nur Romane, manchmal doch unterschiedliche Sachen. Ich habe aber die Bücher, die unterscheidlichen Zeiten lesen mag, z. B. im Auto habe ich immer ein Buch, bleibt immer im Auto, wenn ich unterwegs bin und auf jemandem warte lese ich das. Ich habe die Bücher, die mein Schlafzimmer nicht verlassen. Es gibt andere Bücher, die kann ich nicht irgendwo liegen lassen, die sind sofort gelesen, egal wie viele Seiten, dass sie haben.

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  11. Ich find es witzig über das Thema mal ein paar Gedanken zu lesen 😀 Gemacht hat es wahrscheinlich jeder schon mal.
    Ich mache das meistens, wenn ein Buch einfach nicht spannend ist. Sonst bräuchte man ja auch keinen „langen Atem“ wie du sagst. Aber – als du dann mit dem Beispiel von Das-Lied-von-Eis-und-Feuer-Saga kamst, dachte ich dann wieder ganz anders. Da habe ich es nicht gemacht, weil die Geschichte nicht spannend wäre, sondern weil es so unglaublich deprimierend ist. Da tut es gut parallel irgendetwas zuckersüßes zu lesen ^^
    Wobei man natürlich gerade bei diesen Büchern, wie du sagst, schnell den Faden verliert.

    Vor deinem Artikel dazu dachte ich mir nur „naja, wenn man Bücher parallel liest, dann stimmt mit den Büchern halt etwas nicht“, aber jetzt wo du mich dazu angeregt hast mal wirklich darüber nachzudenken, stimme ich dir zu, dass es durchaus Sinn machen kann. Wenn man z.B. etwas anspruchsvolles oder sehr ’schwer-verdauliches‘ lesen möchte…

    LG 🙂

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  12. Ich lese meistens so 3 bis 5 Bücher gleichzeitig. Einen Roman für die Spannung und der Rest sind Fachbücher mit verschiedenen Themen. Je nachdem nach was mir ist lese ich dann bei einem bestimmten Fachthema weiter. Wenn dann mein Kopf raucht kommt der Roman dran. ^^

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  13. Ich bin mit getrennten Eltern aufgewachsen, zwischen deren Wohnungen ich mehrmals in der Woche hin und hergependelt bin. SOmit hatte ich von grundauf schon mal in jeder Wohnung EIN aktuelles Buch plus dann vielleicht jeweils noch ein zweites aus eben jenen Vorteilen, die du oben aufgelistet hast. Und gerade den Aspekt, ein leichteres und ein schwereres Buch zur Hand zu nehmen finde ich sehr erleichternd. So kann man je nach Stimmung beliebig wechseln und zwingt sich nicht selbst dazu, das „schwerere“ unbedingt zu lesen, was dann vermutlich keinen SPaß mehr macht…

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  14. Ich lese auch schon mal Bücher parallel…wenn mich das eine Thema nicht mehr interessiert fange ich ein anderes an. Ich hab auf diese Weise aber leider auch ein paar nicht fertig gelesene Bücher. Und derzeit lese ich gar nicht sondern arbeite ziemlich viel an meinem Blog…;-).

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    1. Kann natürlich auch gut funktionieren, wobei ich kein freund vom Digitalen lesen (Außer auf E-Ink bin) – das würde für mich also nur in frage kommen, wenn ich mir einen E-Reader kaufen würde.

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  15. Die höchste Anzahl an gleichzeitig gelesenen Büchern, die ich bis jetzt geschafft habe zu lesen ohne den Faden zu verlieren, ist drei! Und ich stimmte dir vollkommen zu, das es unterschiedliche sein sollten. Meistens lese ich einen spannenden Krimi und eine leichte Liebesgeschichte, so kann ich immer zu dem wechseln, auf was ich gerade Lust habe. 🙂

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  16. Ich lese erst seit einigen Jahren parallel. Mal sind es zwei, mal drei Bücher, wobei ich die Literatur für das Studium nicht dazuzähle. Früher habe ich immer so exzessiv und schnell gelesen, dass das begonnene Buch innerhalb von 1-2 Tagen weg war und war außerdem der Meinung, dass ich mich nicht so gut auf ein Buch einlassen kann, wenn ich zwischendurch andere Bücher lese. Ich lese echte Bücher, auf meinem kindle und auch auf meinem Handy (falls ich mal das kindle vergesse) und höre auch Hörbücher (bei längeren Spaziergängen, während des Aufräumens etc.).

    Mittlerweile hat sich mein Leseverhalten, vielleicht deswegen geändert, weil ich nicht mehr nur das lese worauf ich unendlich viel Lust habe, sondern auch die Bücher, von denen ich überzeugt bin, dass ein lebender Mensch sie gelesen haben sollte. Diese Pflichtlektüre unterbreche ich – sofern sie mich nicht mitreißt – mit Büchern, die ich unbedingt lesen will. So habe ich immer einiges am Start. Mindestens ein begehrtes und ein gewolltes und manchmal auch noch ein spontanes Geschenk oder einen Glücksfund, auf den ich nicht warten will.

    Die Erfahrung ist Folgende: Ich lese mehr, lasse mich aber seltener wirklich emotional auf ein Buch ein. Es gibt Bücher, die ich nicht fertig lese bzw. noch nicht fertig gelesen habe (ob das noch passiert, ist unklar) und es gibt Bücher, die ich dann eben doch gelesen habe obwohl ich der Meinung war, dass ich es nicht tun würde. Es hat definitiv seine Vor- und Nachteile.

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  17. Je nachdem in was für einer Fassung ich bin, muss ich ein Buch komplett durchlesen. Genau aus dem Abwechslungsaspekt bremst mich das Lesen, welches der besseren Zuwendung jenes Buches dient. Natürlich lese ich mehrere Bücher gleichzeitig, aber nicht direkt hintereinander, da ich dem Gefühl zwischen zwei Welten einzutauchen nicht so schnell anpassen kann. In einer Ecke stapeln sich einige Bücher, die zwar durchaus interessant gewesen wären, aber durch das Parallele lesen völlig vernachlässigt.
    Nach meinen Erfahrungen ist es am besten, im Urlaub, die Bücher nicht parallel zu lesen, aber dafür umso besser im Alltag.

    Gefällt 1 Person

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