Die Zeitmaschine – H. G. Wells

Blutüberströmt, schmutzig und total durcheinander erscheint der Zeitreisende am zweiten Abend des Buches zu seiner Abendgesellschaft. Am vorigen Abend hat er dem ungläubigen Publikum, das unter anderem aus einem Bürgermeister und einem Psychologen bestand, seine Zeitmaschine gezeigt. Nun, so sagte der Zeitreisende, sei er von einer Zeitreise aus dem Jahr 802.701 zurückgekommen.

Als er zum ersten Mal den Boden dieser anderen Welt betritt, glaubt der Zeitreisende seinen Augen nicht. Anscheinend war er im Paradies gelandet. Eine Welt, wunderschön und ohne Gewalt. Keine Krankheiten scheint es zu geben und auch sonst nichts, was den kleinen menschenähnlichen Bewohnern dieser Welt hätte Schaden zufügen können.

Der Zeitreisende ist sich sicher: Diese Wesen, die sogennanten Eloi leben in der perfekten Form des Kommunismus. Ihre Lebensweise scheint so perfekt, so einfach zu sein, dass sie sich zurückentwickelt haben. Die Menschen der Zukunft sind klein und schmächtig. Doch nicht nur das. Auch geistig haben die Erdbewohner wenig zu bieten, reden in einer einfachen Sprache und der einstige große wissenschaftliche und intellektuelle Ruhm der Menschheit war nur noch in riesigen Bauten zu sehen, zerfallenen Ruinen, in welchen die Eloi lebten.

Bald schon lernt der Zeitreisende die Lebensweise dieser Wesen besser kennen und beginnt sich immer mehr Fragen zu stellen. Wer macht die Kleider dieser Menschen? Wer entsorgt ihre Abfälle? Wer oder was hält diese Welt am Laufen? Eine Antwort auf all diese Frage erhofft sich der Zeitreisende aus den großen schwarzen Löchern, die verteilt in der Landschaft Luft einsaugen. Er entdeckt, dass es große Kamine gibt, die ebendiese Luft auch wieder ausstoßen und schließt daraus, dass es sich um ein unterirdisches Belüftungssystem handeln müsse.

Nach einiger Überlegung begibt sich der Zeitreisende in die Tiefen. Trotz der Angst der Eloi vor der Dunkelheit steigt er hinab um seine verlorene Zeitmaschine zu finden und kommt dem dunklen Geheimnis dieser scheinbar perfekten Welt gefährlich nahe.

Die Zeitmaschine – Ein Buch voller Rätsel!

Die Zeitmaschine von H. G. Wells ist ein faszinierendes Buch. Es zeigt ziemlich genau, welche Vorstellung die Menschheit damals, im Jahr 1895, von der Zukunft hatte. Immer wieder schreibt der Autor, dass er sich eigentlich eine hochtechnologisierte Zivilisation erwartet hatte, aber eben genau das Gegenteil vorfand. Die Menschen haben sich, nachdem sie ihren Höhepunkt erreicht hatten, wieder zurückentwickelt. Von ihrer einstigen Größe zeugen nur noch alte Bauten und Monumente.

Die Zeitmaschine ist eine Utopie, die unsere Klassengesellschaft auf den Gipfel treibt und dabei ein grauenvolles Szenario schafft, das, auch wenn es weit hergeholt scheint, mir persönlich zu denken gibt.

Die Spannung, die Wells in dem Roman aufbaut, steigt von Seite zu Seite. Immer größer und dringlicher wurden die Fragen, die ich mir während dem Lesen gestellt habe. Das Buch ist ein einziges Rätsel. Immer wenn man glaubt, man hätte die Lösung für eine Frage gemeinsam mit dem Zeitreisenden entschlüsselt, blättert man auf die nächste Seite und merkt, dass man meilenweit daneben lag.

Wer 1984 von George Orwell mochte, wird die Zeitmaschine von H.G. Wells gleichsam lieben und sie bis zur letzten Seite verschlingen.

10 Antworten auf „Die Zeitmaschine – H. G. Wells

  1. Dieses Buch klingt ziemlich interessant. Ich hab den Verdacht, dass du dich mit meinem Buchhändler abgesprochen hast, das wird das nächste Buch, das ich mir kaufen werde auf deine Empfehlung hin (Gestern war Dorian Grey dran).

    Ich bin allerdings etwas verwundert über die vielen Rechtschreibfehler im Text 😦 Teilweise ist es mir schwergefallen zu verstehen, was du meinst. Bitte nicht böse aufnehmen, ist mir nur beim Lesen aufgefallen.

    Liebe Grüße,

    Joanna

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  2. Hätte ich zwei Wünsche frei, käme jetzt die dringende Bitte, „War of the worlds“ von Wells eingehend zu betrachten mit all seiner Symbolhaftigkeit.

    Und dem ‚Paradies‘ noch ein ‚e‘ zu spendieren, so verführerisch Vanessas Zahnlücke auch ist…

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  3. Nach dem Lesen dieses Beitrages bekam ich Lust, in meinem Bücherregal nach der „Zeitmaschine“ zu suchen. Doch wie es aussieht, habe ich es nicht mehr. Vermutlich habe ich es schon vor einer Weile gespendet, an Oxfam oder dergleichen.

    Schade, denn nach rund sieben Jahren kann es nicht schaden, die Geschichte mit noch aufmerksameren Augen erneut lesen zu lesen.
    LG
    Alex

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    1. Hallo Alex,
      dann solltest du am besten gleich zum Buchhändler deines Vertrauens laufen – die haben immer ein offenes Ohr für diese Probleme 😉
      LG,
      David

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