Nachtzug nach Lissabon – Pascal Mercier

Die meisten von uns haben einen geregelten Tagesablauf. Wir stehen jeden Tag zur selben Zeit auf und gehen zu Arbeit bzw. Uni oder Schule. Wir kommen abends Nachhause, setzen uns vor den Fernseher und dösen gegen neun Uhr ein. Raimund Gregorius in Pascal Merciers „Nachtzug nach Lissabon“ geht es da nicht anders, doch hat er den Mut einen entscheidenden Schritt zu wagen: Er durchbricht seinen Alltag.

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Es war ein grauer Regentag als Raimund Gregorius (Spitzname: Mundus) auf einer Brücke eine Frau sieht und beschließt ihr zu helfen. Kurz sollte die Begegnung mit dieser Unbekannten sein, doch genau diese bringt Mundus zu seinem nächsten Entschluss: Er steigt in einen Nachtzug ein – ihr ahnt es schon – in den Nachtzug nach Lissabon.

Nun nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt einen nicht mehr los. In einer Buchhandlung findet Mundus einen Roman des Portugiesen Amadeus de Prado und ist gefangen von dessen Ansichten auf das Leben. Er will mehr über diesen Autor und Arzt herausfinden und gerät tief in den Widerstand gegen die Diktatur Salazars.

An dieser Stelle verschwimmt die Realität immer mehr mit der literarischen Traumwelt des Arztes Amadeus de Prado. Mundus gerät auf die Fährte eines dunklen Geheimnisses, das schließlich auch der Auslöser des literarischen Schaffens von Amadeus de Prado war.

Meine Meinung zu Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

Ja, was soll ich über dieses Buch noch sagen? Es ist tief poetisch und spannend zugleich. Es hat mich Seite um Seite mehr gefesselt und ich habe bis zum tragischen Ende mit Mundus gefiebert und gehofft. Da das Buch mit seinen fast 500 Seiten und teilweise sehr poetischem Inhalt nicht zum leichtesten Stoff gehört, würde ich es eher routinierten Lesern empfehlen, oder denen, die echte Poesie suchen.

P.s.: Wer interessiert an der Geschichte ist, aber das Buch nicht lesen möchte, kann sich auch den Film anschauen. Dieser kommt, wie das meistens der Fall ist, nicht an das Buch heran, ist aber alles in allem sehr sehenswert.

Auf der Verlagsseite findet ihr alle Infos zum Buch, sowie eine Leseprobe.

 

23 thoughts on “Nachtzug nach Lissabon – Pascal Mercier

      1. Hallo. Geht mir auch so. Beim drübernachdenken viel mir dann aber doch Herr der Ringe ein. Da habe ich mich beim Lesen ziemlich gequält und mag die Filme lieber. Die verfilmte Umsetzung von H.G.Wells Zeitmaschine finde ich ebenfalls gut.
        Grüßle
        Susanne

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      2. Da gibt es übrigens zwei Verfilmungen. Eine alte und eine neue-die alte habe ich leider noch nie komplett gesehen. Die Stücke,die ich davon gesehen habe, haben den Eindruck vermittelt,dass sich der Regisseur mehr an das Buch gehalten hat als bei der neuen Verfilmung. Trotzdem muss ich gestehen,dass ich die neue Verfilmung, auch wegen der optischen umsetzung, mehr mag.
        Viel Spaß beim Schauen!

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  1. Mercier, Pascal
    – Nachtzug nach Lissabon
    – Nachtzug nach Lissabon [2]
    – Nachtzug nach Lissabon [3]
    – Der Versuch – Gregorius
    – Gregorius, Cecília, Vater, Mutter, der Sohn und die anderen
    – Gregorius – Die Rückkehr

    Ein wunderbares Buch. Von des ersten bis zur letzten Seite.

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  2. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war sogar eine Zeit lang eine Art Lieblingsbuch. Ich fand es faszinierend mitzuerleben, wie sich der Protagonist verändert, indem er sich auf die Spurensuche einlässt, wie sich erst seine Wahrnehmung, dann seine Einstellung und schließlich sein ganzes Leben verändern.
    Der Film hat mir überhaupt nicht gefallen. Obwohl eine sehr lange Zeit seit der Lektüre vergangen war, waren meine Erwartungen an den Film offenbar immer noch viel zu hoch. Ein Film muss seine eigene Sprache finden, um überzeugen zu können. „Tod in Venedig“ wäre für mich ein gutes Beispiel; hier sind beide Werke eigenständig und jedes für sich großartig.
    Vielen Dank für die Erinnerung an „Nachtzug nach Lissabon“ !
    Beste Grüße
    Elisabeth

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  3. Es ist ja schon faszinierend, dass Literatur so viel mehr in uns auslösen und bewegen kann als „nur“ ein Film (wobei ich gutes Kino sehr liebe). Wie schön, dass wir beim Lesen aus einer Menge Papier und vielen kleinen schwarzen Zeichen eine ganze Welt voller individueller Persönlichkeiten, herrlicher Landschaften und intensiver Gefühle erstehen lassen können.
    Viel Freude weiterhin beim Lesen und beim Erkunden neuer Welten!
    Elisabeth

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  4. Den Film habe ich nicht gesehen und nach den vielen verschiedenen Meinungen traue ich mich auch nicht, mir die Verfilmung anzusehen. Ein Grund ist auch meine anfangs schwierige Beziehung zu „Nachtzug nach Lissabon“: Das erste Mal las ich das Buch in einem Zug durch. Wortwörtlich. Ich fuhr wieder von Erfurt nach Wien und verschlang während dieser Zugfahrt das Buch. Zurück blieb eine etwas neblige Leere. Es gefiel mir nicht besonders.
    Dann kam „Perlmanns Schweigen“, was ich wieder empfehlen möchte und ich tastete mich langsam an das Buch heran. Ließ mich von der sprachlichen Schönheit verzaubern, ließ mich (wieder) nach Mestre beamen, fühlte und litt mit Perlmann.
    So gab ich „Nachtzug nach Lissabon“ eine zweite Chance und tastete mich auch behutsam heran. Nicht in einem Zug lesen, sondern über ein paar Tage verteilt, die Geschickte „sacken“ lassen und seitdem mag ich das Buch.
    Aber dennoch: Weil Natascha gerade Germanistik und Russisch studiert, wiederhole ich meine Empfehlung (ganz eindringlich) für „Perlmanns Schweigen“.

    Ach, am liebsten täte ich das Buch aus dem Regal holen und es wieder lesen…

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