Die Aula – Hermann Kant

Kaum ein anderes Buch wandelt so souverän auf dem schmalen Grat zwischen Witz und bitterböser Ironie. Hermann Kant schafft mit seinem Roman „Die Aula“ einen Balanceakt zwischen Sarkasmus und trauriger Wahrheit. Ein Buch, das den Antrieb der Menschen im Sozialismus beschreibt, von Liebe schwärmt und die Last jahrelanger Schuld in sich trägt.

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Robert Iswall, ein bekannter Journalist und Literaturkritiker, erhält ein Telegramm in dem er den Auftrag erhält, eine Festrede zur Schließung der Arbeiter- und Bauernfakultät zu halten. Um diese Rede schreiben zu können, muss sich der ehemalige Elektriker sehr tief in seine Vergangenheit wagen, und die Jahre zwischen 1949 und 1952 neu durchleben. In diesen Jahren konnten, immer nach den Idealen der DDR natürlich, Handwerker, Bauer, Schneider usw. ihr Abitur nachholen, um nachher ein Studium zu besuchen. Robert Iswall ist, zusammen mit seinen Freunden Quasi, Trullesand und Jakob, einer dieser jungen Männer und Frauen, die die neuen Gelehrten in der DDR werden sollten.

Kant schreibt von Protestmärschen, von Sozialistischen Ideen und Idealen, von gepeinigten Schülern, die keine Lust auf Mathe haben und sich doch so viel lieber mit den Mädchen beschäftigten. Und so fasst Robert, da er Angst hat, Trullesand würde ihn sein Mädchen nehmen einen Folgenschweren Entschluss.

Auch nach ihrer Zeit an der Fakultät läuft nicht alles rund. Quasi Riek verlässt die DDR und geht nach Hamburg. Er kehrt dem Traum vom sozialistischen Staat, und natürlich auch seinen Freunden den Rücken.

All diese Erinnerungen kramt Robert Iswall in seiner Reise in die Vergangenheit hervor. Je weiter man mit der Geschichte geht, desto schärfer werden die inneren Monologe von Robert. Immer deutlicher wird die Kritik an der DDR, am Sozialismus und schließlich auch an sich selbst.

„Die Aula“ von Hermann Kant ist zweifellos eines der besten Bücher, die ich bis jetzt in meinem Leben gelesen habe. Der wunderbare Sarkasmus, die tragische Geschichte von verlorener Freundschaft und Kants wunderschön lebhafte Sprache sind eine unvergessliche Mischung, die ein Buch schaffen, das man gelesen haben muss.

Eine Leseprobe und weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite.

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