Frankenstein – Mary Shelley

Ein Experiment mit einem grausigem Resultat. „Frankenstein“ zählt zu den Klassikern der Weltliteratur. Viele meinen die Geschichte hinter dem von Dr. Frankenstein geschaffenen Wesen zu kennen, allerdings ist den wenigsten die von Mary Shelley geschaffene Romanvorlage bekannt. Dabei ist „Frankenstein“ neben Edgar Allan Poe und Bram Stokers „Dracula“ ein Muss in jeder Grusel- und Schauergeschichtensammlung!

Fast jeder kennt die Figur des „Frankenstein’schen Monsters“: Ein grünliches Wesen mit einem für einen Menschen viel zu großen und eckigen Kopf. Deshalb sage ich gleich zu Anfang, dass jeder, der dieses Buch lesen möchte, genau diese Eindrücke, die er aus den unterschiedlichsten Horrorverfilmungen gesammelt hat, gleich über Bord werfen sollte, um Enttäuschungen zu vermeiden. Denn Mary Shelley geht es weniger um die schauerlichen Details über die Entstehung der ungeheuerlichen Gestalt, als vielmehr darum, das Augenmerk auf das Verhalten der Menschen zu richten, die einem anderen das „Menschsein“ vergönnten aufgrund des Erscheinungsbildes – worin der eigentliche „Schauer“ der Geschichte liegt.

Der Roman handelt von der durch viele Schicksalsschläge geprägten Lebensgeschichte des Wissenschaftlers Victor Frankenstein. Der Roman beginnt damit, dass sich der Forscher Robert Walton mit seiner Mannschaft auf einer Expedition in die Arktis befindet. Unverhofft kommt das Schiff allerdings zwischen dem Eis zum Stehen. Während die Mannschaft auf die Fortsetzung ihrer Reise wartet, nähert sich eine abgekämpfte Gestalt ihrem Schiff: Victor Frankenstein. Frankenstein erzählt dem Forscher seine Lebensgeschichte, die ebenfalls von unbändigem Ehrgeiz etwas völlig neues zu entdecken und zu erschaffen und Größenwahn geprägt war: Die Geschichte darüber, wie er das Geheimnis entschlüsselte Totem wieder neues Leben einzuflößen. Ein Experiment das gelingt, aber mit einem grausigen Resultat.

Romantisch erzählt, aber von zeitloser Thematik. Wo liegen die Grenzen in der Wissenschaft? Darf man kein Mensch unter Menschen sein, wenn man sich zwar wie ein Mensch verhält, aber weniger danach aussieht, andere Makel hat? Natürlich wird es zu der Zeit der Veröffentlichung des Romans einfacher gewesen sein den Lesern mit diesem Werk eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen, als uns heute, die schon diverse Horrorfilme gesehen haben. Aber allein durch die Bedeutung des Klassikers lohnt es sich dem Original selbst nachzugehen. In meiner Grusel- und Schauergeschichtensammlung darf „Frankenstein“ auf gar keinen Fall fehlen!

Habt ihr noch Bücher aus diesem Genre, die in keiner Gruselgeschichtensammlung fehlen dürfen? Dann schreibt es gerne unter die Kommentare!

25 Antworten auf „Frankenstein – Mary Shelley

  1. Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Hinsichtlich dessen, dass Menschen, die ein biederes und gutbürgerliches Leben führen, anonym im Internet plötzlich zu hassenden, hetzenden, beleidigenden und brutalen Wesen mutieren, ist für mich diese Erzählung mittlerweile auch wieder brandaktuell.
    Liebe Grüße!

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    1. Tatsächlich wird demnächst die Sammlung durch dieses Buch erweitert. Ich bin schon sehr gespannt darauf und dein Kommentar lässt die Neugier noch weiter steigen. Danke, für den Tipp! 🙂

      Ich wünsche noch einen schönen Restsonntag
      Natascha 🙂

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    1. Da kann ich dir nur zustimmen. Bram Stokers „Dracula“ darf auf gar keinen Fall in dieser Sammlung fehlen und wurde auch schon von mir gelesen, wobei ich da offen gestehen muss, dass ich von dem Ende ziemlich enttäuscht gewesen bin.
      Lieben Dank für diesen Tipp! 🙂

      Liebe Grüße zurück
      Natascha

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  2. Ich habe lediglich die Verfilmung von ’94 gesehen. Hast du sie auch gesehen und könntest einschätzen, inwieweit Film und Buch sich ähneln? – Obwohl ich ja vermute, dass wieder einmal der Film etwas ganz anderes sein wird 😉

    Ansonsten ist für mich Bram Stokers „Dracula“ ein Schauerklassiker für mich. Die Form des Tagebuchs, um die Geschichte zu erzählen, war erst ungewohnt, aber letztlich interessant – und allen voran ist es die Grundlage für sämtliche nachfolgenden Vampirgeschichten.

    Ansonsten, vielleicht etwas ungewöhnlich, Doyles „Der Hund von Baskerville“. Es gehört zwar nicht zu den klassischen Schauer- /Horrorgeschichten, aber die Geschichte rund um ein Ungeheuer, dass eine Familie über Jahrzehnte hinweg heimgesucht wird aufgrund einer schaurigen Hintergrundgeschichte.

    Und dann noch Thomas Harris Buchreihe über Hannibal Lecter (Schweigen der Lämmer, Hannibal, Roter Drache, Hannibal Rising). Lecters Art und sein Intellekt sind einfach schaurig schön.

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    1. Hallo!
      Erst einmal ganz lieben Dank für die vielen tollen und neuen Leseanregungen – das ein oder andere Buch wird sicherlich für mich dabei sein und meine Schauergeschichtensammlung erweitern, Dankeschön! 🙂

      Ich kann dir jetzt leider nicht sagen, ob wir beide dieselbe Verfilmung von ’94 im Kopf haben: Sonntagabend lief zum Beispiel eine Verfilmung von Frankenstein aus dem Jahre 1994 auf Tele5. Leider konnte ich den ganzen Film nicht sehen, aber das, was ich gesehen habe, war schon ziemlich nah an der Romanvorlage dran. Was man allerdings nicht von allen Verfilmungen sagen kann, da jede ihren Fokus auf einen anderen Aspekt richtet: Wie zum Beispiel auf die Entstehung des Frankenstein’schen Monsters mit all den ungeheuerlichen Details oder auf die Person des Doktor Frankensteins – aber weniger auf das „Monster“ selbst.

      Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen das Original zu lesen – es lohnt sich!

      Liebe Grüße
      Natascha 🙂

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      1. Vielen Dank für deine Antwort 🙂

        Soweit ich weiß, gibt es nur einen Film aus ’94. Ich vermute mal, dass es dann der gewesen sein wird. Mir selbst gefiel der Film recht gut. Wenn du ihn nicht komplett sehen konntest, kann ich dir nur empfehlen, ihn dir mal auszuleihen oder ähnliches.
        Aber dann werde ich das Original mal auf meine Liste setzen^^

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  3. Na, dann hoffe ich mal, dass du nachher nicht enttäuscht sein wirst 😀
    Aber sagen wir mal so: Ich habe auf jeden Fall schon schlechtere Filme gesehen und eigentlich fängt der Film die Thematik sehr gut ein und beschränkt sich nicht auf das Monster – denn eigentlich geht es darum ja nicht unbedingt.

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  4. Absolut unverzichtbar sind die Erzählungen von H.P. Lovecraft ,insbesondere die Träume im Hexenhaus haben es mir angetan und Das Grauen von Dunwich. Auch ganz wunderbar : The Turn of the Screw von Henry James, wobei mir die Verfilmung mit Deborah Kerr ausnahmsweise mal besser gefällt als die literarische Vorlage.

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  5. Stevensons ‚Jekyll und Hyde‘ ist allerdings großartig. Der alte Frankensteinfilm ist unvergeßlich: Wasser … guuuut; Feuer ….. ahhhhhgh! Da fällt mit noch H. G. Wells ‚Die Zeitmaschine‘ mit den Morlocks ein. Schöner Gruselklassiker sind auch von E. A. Poe; ‚Die Grube und das Pendel‘ und auch ‚Der Goldkäfer‘ – es gibt wunderbare Tusche-Illustrationen dazu von Alfred Kubin, gab’s früher mal in einer dtv-Edition. Schaurig ist auch ‚Melmoth der Wanderer‘, von Charles R. Maturin – so schaurig, daß ich damals die Lektüre abgebrochen hatte. Daphne du maurier hat außer ‚Rebecca‘ und ‚Die Vögel‘ noch so einige Erzählungen mit Gruselfaktor geschrieben. Besonders gut gefiel mir da ‚Der Apfelbaum‘. Ansonsten fallen mir noch Trumps Tweets ein….

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    1. Wow, vielen lieben Dank für all die tollen Buchempfehlungen! .. ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber vor meinen Augen sehe ich meine Schauergeschichtensammlung wachsen. 😀

      Ganz liebe Grüße
      Natascha

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    1. So viele tolle Buchempfehlungen, auf die alleine niemals gestoßen wäre, ganz lieben Dank dafür! 🙂 – vor meinen Augen wächst und wächst meine Schauergeschichtensammlung. (Inzwischen kamen auch so viele Empfehlungen von Lovecraft, dass ich gar nicht mehr umhin komme als etwas von ihm zu lesen. 😉

      Ganz liebe Grüße
      Natascha

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  6. Hey Natascha!
    Deine Rezension ist super, du sprichst mir absolut aus der Seele. Ich fand „Frankenstein“ von einem heutigen Stand aus auch sehr faszinierend – und unglaublich tragisch. Ich muss zugeben, dass ich gegen Ende des Buches die eine oder andere Träne vergossen habe, weil es mich so berührt hat.
    Liebste Grüße von Ida

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    1. Hallo Ida,
      wie schön, dass sich noch jemand gefunden hat, der gerne klassische Schauergeschichten liest – finde ich super! 🙂
      Und ja, da kommt man wohl nicht umhin als großes Mitgefühl mit dem „Monster“ zu haben, das doch ebenfalls nur versucht hat ein Mensch unter Menschen zu sein.

      Lieben Dank für deinen Kommentar und liebe Grüße zurück
      Natascha

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  7. Hallo Natascha,

    danke für die gute Rezension. „Frankenstein“ liegt auf meinem SUB. Da ich keine der Verfilmungen gelesen habe, wird mich das nicht beeinflussen. Aktuell lese ich ein Werk von Mary Shellys Mutter (a Vindication of the Rights of Woman).

    LG
    Elisa

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    1. Hallo Elisa,
      selbst wenn du eine Verfilmung von Frankenstein gesehen hättest, so hätte das Buch auf jeden Fall nicht eingebüßt! Ich kann dir das Original von Frankenstein wirklich nur empfehlen, weil es in der Romanvorlage viel, viel mehr um das „Monster“ geht und weniger um die ganzen schaurigen Details der Entstehung wie du sie in den Verfilmungen finden würdest. Es ist lesenswert, und sollte deshalb nicht mehr lange warten! 🙂

      Dass die Mutter der Autorin ebenfalls Werke veröffentlicht hat, ist interessant. Kannst du das Buch empfehlen? 🙂

      Liebe Grüße an dich
      Natascha

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      1. Hallo Natascha,

        ich denke ich werde „Frankenstein“ ziemlich bald lesen.
        Die Mutter hieß Mary Wollstonecraft und sie veröffentlichte Romane (davon habe ich noch keinen gelesen) und philosophische Werke. Postum wurde außerdem ihre Briefe veröffentlicht.
        Ich habe „a vindication of the rights of woman“ gelesen, weil ich mich für Feminismus interessiere und das eines der ältesten Werke in dem Bereich ist. Ich weiß nicht, ob das Werk auch was für Leute ist, denen diese Thematik nicht zusagt. Es geht darin um die Bildung von Frauen, im 18. Jahrhundert glaubten anscheinend einige, dass Frauen diese nicht brauchen. Wenn dich die Thematik interessiert, kann ich es empfehlen. Ich habe das Buch auf English gelesen und da ist etwas, dass ich nur empfehlen kann wenn, du die Sprache fließend sprichst. Wenn dem nicht so ist greif zur Übersetzung.

        LG
        Elisa

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  8. Ich habe erst letztens ein Exemplar erworben aus dem Penguin Books Verlag mit einem absolut schönem Cover (sieht man auf meinem Instagram 😀 ) – ich möchte es unbedingt so bald wie möglich lesen, denn das was man bisher kennt aus Film und Fernsehen, ist ja eigentlich nicht wirklich aufschlussreich und eher eine „extreme“ Darstellung.

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  9. Ich habe Frankenstein gelesen als ich zwölf war und während ich Deine kleine Rezension las, wurde mir bewusst, wie wenig man in dem Alter von der tatsächlichen Thematik, nämlich genau den Grenzen der Wissenschaft die du ansprichst, versteht. Deine Rezension hat mich erneut neugierig auf das Buch gemacht. Danke dafür!

    Im übrigen, ich mag Eure Bücherliste. Nicht wenige davon habe ich selbst gelesen und ich möchte wissen, werdet ihr sie um weitere ( ebenfalls in der Weltliteratur wesentliche und beeindruckende ) Werke ergänzen?

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte, wir sind auch stolz auf unsere Sammlung von Klassikern – und ich kann dir versichern, dass diese Sammlung beständig wächst, also darfst du gespannt sein! 🙂

      Ich glaube nämlich auch, dass Frankenstein zu dieser Art von Lektüre gehört, die man wieder und wieder lesen kann, und dabei immer wieder ein neuer, vielleicht versteckter Aspekt deutlich wird.

      Liebe Grüße
      Natascha 🙂

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  10. Hallöchen,
    Beim Lesen des Beitrags und der Kommentare viel mir noch ‚der Sandmann‘ von E.T.A. Hoffmann ein. Den haben wir in der Schule gelesen. Ich mag ihn bis heute und jagt mir bei dem ein oder anderen Gedanken an bestimmte Details Schauer über den Rücken.
    Vielleicht wäre das noch interessant…

    Freundliche Grüße
    Susanne

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    1. Hallo Susanne,
      den Sandmann von Hoffmann habe ich tatsächlich schon einmal gelesen, und auch bei mir hat er einen ziemlich düsteren und mysteriösen Eindruck hinterlassen. Danke für den Tipp, du hast damit genau meinen Geschmack getroffen! 😀

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